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#ÜberTalent: Wie ich als Profitrainer Talent erkenne

GrowSmarter · New York, United States · 2 days ago
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Talent

Das wichtigste Komponenten für mich ist Selbstvertrauen. Ein Fußballer, der weiß, dass er besonders talentiert ist, spielt mutig und übernimmt Verantwortung. Selbstvertrauen ist für mich die Grundlage, auf der ich Talent erkennen kann.

Talent geht mit Haltung einher. Ein begabter Fußballer macht weiter, bis das klappt, was er vorhat. Ich erkenne Talent anhand der Mentalität. Wenn Spieler sagen, sie spüren kein Vertrauen von mir, dann ist das kein gutes Zeichen. Spieler müssen zuallererst sich und ihrem Können vertrauen. Wenn dieses Selbstbewusstsein nicht da ist, wird es schwierig für sie und auch für mich.

Als Trainer muss ich mich auf jeden Charakter in der Mannschaft verlassen. Ich versuche, wahres Talent und die dazu passende Persönlichkeit zu erkennen. Ich beobachte die Leistungen von Spielern gegen große und kleine Gegner und übereinanderlege. Spieler, die hau immer alles raus, egal ob es gegen einen Bundes- oder Regionalligisten geht, zeigen wahrscheinlich mehr Talent.

Befördern von Begabung

Manchmal nicht so, wie ich es eigentlich viel lieber machen würde. Ein Beispiel sind die Fehleranalysen. Früher haben wir das mit der gesamten Mannschaft gemacht. Video geguckt und gesagt, was falsch lief. Danach ging es weiter. Jeder hat aus den Fehlern der anderen gelernt. Heute ist das schwierig. Fußballer bewegen sich häufig in einer Blase, in der sie oft gesagt bekommen, wie toll sie sind und wie gut sie doch spielen. Manche Profisportler fühlen sich schnell beleidigt und persönlich angegriffen, wenn man sie vor anderen kritisiert. Ich musste mich anpassen und gestalte diese Fehleranalysen mittlerweile viel kleinteiliger und in kleineren Gruppen.

Als Trainer gehört es zu meinen Aufgaben, für eine gute Stimmung im Team zu sorgen. Im Jugendbereich können wir Begabungen fördern, indem wir die Schwierigkeiten für den talentierten Nachwuchs sukzessive erhöhen. Wer mit 15 zu gut für seine Gleichaltrigen ist, muss gegen höhere Jahrgänge ran. Doch wenn man sieht, dass das Niveau dafür doch nicht reicht, braucht es den Mumm, eine Entscheidung zu revidieren. Wenn Talente zu lange nicht spielen oder permanent überfordert sind, wird sehr viel Begabung zerstört. Das habe ich als Fußballtrainer lernen müssen. In der Altersspanne von 17 bis 21 geht uns extrem viel Talent verloren. Schuld sind oft nicht die Trainer, sondern die Spieler selbst. Sie wollen so früh wie möglich so viel Geld verdienen, wie es nur geht. Das ist legitim. Aber oft nicht langfristig gedacht.

Mein größtes Talent

In Freiburg war ich zehn Jahre Cheftrainer der U23 und gleichzeitig Co-Trainer bei den Profis in der 1. und 2. Bundesliga. Besonders in der Arbeit mit den “Amateuren” habe ich abseits des Platzes viel gelernt. Das Organisieren von Ausbildungs- und damals Zivildienstplätzen, das Bestellen von Essen für die Spieltage oder die Buchung des Reisebusses. Das war damals noch nicht alles so professionalisiert wie heute. In dieser Zeit habe ich neue Perspektiven und Eindrücke gewonnen. Und ich denke, darin bin ich talentiert: Dinge zu hinterfragen, offen zu sein und mit Jahren stetig zu lernen.

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