Klares Ziel voraus!
Vor gut einem Jahr begann ich meine Arbeit als Trainer im Röbeler Segler-Verein „Müritz“, mit einer Jugendgruppe (Opti’s/Jollen) von 15 aktiven Teilnehmern. Zu den ersten Aufgaben gehörten die Organisation der Tombola auf dem Seglerball und die Instandsetzung aller Motorboote, um sie wieder zuverlässig einsatzfähig zu machen.
Trainingsstruktur und Entwicklung
Nach dem Trainingslager am Gardasee übernahm ich schrittweise die Betreuung der Kinder, die bereits die Grundlagen des Segelns beherrschten, während die Anfänger zunächst weiterhin unter der Obhut von Trainer Christian blieben. Die Trainingsumfänge gestalteten sich wie folgt:
- 3x 2 Stunden/Woche Opti-Training (5 Teilnehmer)
- 2x 2 Stunden/Woche Opti-Training unter Christian (4 Teilnehmer)
- 2x 3 Stunden/Woche Jollentraining (6 Teilnehmer)
Um das Interesse am Segelsport zu fördern, initiierte ich ein wöchentliches Segelangebot an der Grundschule Röbel sowie einen Aktivstand auf dem Sportfest, wo Kinder Knoten und Grundlagen des Segelns erlernen konnten. Zudem nahm der Verein an der Badewannenregatta teil und veranstaltete einen Hort-Kooperationstag mit dem TSV 90, bei dem über 80 Kindern einen zweistündigen Einblick in den Segelsport erhielten. In der zweiten Sommerferienwoche führte der Verein eine Ferienfreizeit mit 16 Teilnehmern durch.
Nach dem Trainingslager in Waren und dem Start der zweiten Saisonhälfte im September wuchs die Jugendgruppe auf 23 aktive Teilnehmer (18 Opti, 5 Jollen). Aufgrund beruflicher Veränderungen konnte Trainer Christian ab dem Spätjahr kein Nachmittagstraining mehr anbieten, was eine Umstrukturierung des Trainingsplans erforderlich machte. Dank der Unterstützung von Annabelle Wilke und Jaqueline Klatt konnten die Termine bis zu den Herbstferien im Anfängerbereich aufrechterhalten werden.
Winter- und Theorieprogramm
Nach den Herbstferien startete das Wintertrainingsprogramm mit folgenden Angeboten:
- Athletiktraining in 3 Gruppen (2x Opti, 1x Jollen)
- Theorietraining
- Schwimmtraining
- Wassertraining mit Trockenanzug (bis Dezember, freitags)
Zu Beginn des neuen Jahres nahmen 11 Sportler des Vereins an der Landesjugendmeisterschaft Mecklenburg-Vorpommern im Athletik-Wettbewerb „Stärkster Segler 2026“ teil. Tordis Wulff, Anni Gil Ricart und Lukas Schaerig erzielten dabei herausragende Platzierungen in ihren Altersklassen. Mangels Beteiligung fuhr Lukas Schaerig allein zum Trainingslager nach Portoroz über Ostern, das in Kooperation mit dem Plauer Wassersportverein stattfand. Für das nächste Jahr ist ein Trainingslager in den Frühjahrsferien sowie die Teilnahme mit Optis und ILCA’s am Trainingslager und der Easterregatta in Portoroz geplant.
In den Frühjahrs- und Osterferien fanden stattdessen Intensiv-Theorie- und Athletik-Sessions, Bootsbautage und Eislaufen statt. Zu Saisonbeginn wurde in der Regattahalle ein Opti-Hochkantregal für die sechs besten Optis errichtet, um diese geschützt und geordnet unterzubringen. Auf der neu entstandenen Empore wurde zudem das gesamte Regatta-Zubehör (Tonnen, Flaggen etc.) untergebracht, während die alte Regattazubehörempore ein neues Regal für ILCA- und 420er-Zubehör erhielt. Die Einführung der Trainingsorganisationsapp „SPOND“ optimierte den Trainingsablauf und die Regattaorganisation.
Aktuelle Trainingsstruktur und Kooperationen
Aufgrund des Zwangsumstiegs in Opti A reduzierte sich die Teilnehmerzahl im Optibereich um vier Kinder, sodass die neue Segelsaison mit 19 aktiven Teilnehmern begann. Der aktuelle Trainingsplan umfasst:
- 2x 2 Stunden/Woche Opti-Anfängertraining
- 2x 2,5 Stunden/Woche Opti-Fortgeschrittenentraining
- 2x 3 Stunden/Woche Opti-Regattatraining
- Jollentraining montags, mittwochs und freitags (je nach Beteiligung)
Seit Ende März kooperiert der Verein mit dem Schulcampus Röbel, wo sieben Schüler der 5. und 6. Klassen im Rahmen eines GTS-Kurses das Segeln erlernen. Zudem erhielten am 11. Mai 20 Schüler im Rahmen eines GTS-Ausflugstages einen Einblick in den Segelsport. Der Verein war auch auf dem Sportfest der Grundschule Röbel und der Burgschule Wredenhagen vertreten, wo neue Interessenten erste Segelversuche unternahmen. Aktuell trainieren 28 Kinder und Jugendliche wöchentlich auf dem Wasser.
Regattaerfolge und Veranstaltungen
Sechs Fortgeschrittene und Regattakinder im Opti starteten Mitte April beim Bernsteinpokal und erzielten einen guten Saisonstart. Für Anni Gil Ricart und Klaas Heilmann war es die erste Opti-A-Regatta nach dem Zwangsumstieg. Hanna Wernecke (Platz 30), Klara Emma Geißler (Platz 35), Frieda Gödeke (Platz 34) und Ole Brosig (Platz 28) starteten in Opti B (Gesamtfeld: 36 Teilnehmer) nach nur zwei Wochen Segeltraining in der neuen Saison.
Beim Plauer Opticup, einer fünftägigen Veranstaltung, nahmen vier Kinder in Opti B teil. Nach gemeinsamen Trainingstagen mit dem Plauer Wassersportverein, dem Segelclub Ribnitz und der Trainingsgemeinschaft Schwerin starteten sie in der dreitägigen Regatta. Hanna Wernecke erreichte einen starken 40. Platz von 67 Teilnehmern, Ole Brosig den 52., Frieda Gödeke den 55. und Klara Emma Geißler den 65. Platz.
Die Organisation der Kreis-Kinder- und Jugendsportspiele im Rahmen der Pfingstregatta war ein voller Erfolg mit einem neuen Teilnehmerrekord von 33 gestarteten Optimisten. Die Optisegler des Vereins belegten mehrere Podestplätze in den Altersklassenwertungen.
Zukünftige Pläne und Projekte
In der zweiten Sommerferienwoche findet ein vereinsübergreifendes Trainingslager im Opti- und Jollenbereich mit acht Vereinen statt, kombiniert mit der alljährlichen Ferienfreizeit. Ziel ist es, den Kindern Gemeinschaftserlebnisse durch Segeln zu vermitteln und neue Mitglieder zu gewinnen. Das Trainingslager endet mit der gemeinsamen Teilnahme an der Neptunregatta in Plau. Eine Woche später nimmt der Verein mit fünf Optikindern am Störtebeker Opticup auf Helgoland teil, der einzigen Hochseeregatta Deutschlands.
Nach den Sommerferien stehen die Landesjugendmeisterschaft in Wismar, der Ecolea Cup in Rostock sowie ein zweitägiges Trainingslager in Schwerin mit anschließendem Herbstpokal (Opti/ILCA/Europe) auf dem Programm.
Für den Transport des großen Schlauchbootes wird ein Umbau oder Ersatz benötigt. Dank einer Großsportgeräteförderung wurde ein Tannenbaumtrailer bestellt, der neben dem Schlauchboot auch vier ILCA’s oder acht Optis transportieren kann. Dies spart Spritkosten und verbessert die Organisation bei Regatten, die von Optis und Jollen gleichzeitig besucht werden.
Langfristig strebt der Verein an, wieder 30 oder mehr aktive Kinder und Jugendliche regelmäßig zum Training und zu Regatten zu motivieren. Zudem wird an einem „Juniorenkonzept“ gearbeitet, um Jugendlichen auch während Ausbildung oder Studium eine Perspektive im Verein zu bieten. Vorschläge und Ideen hierzu sind jederzeit willkommen.